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Alt 11.01.2005, 14:09
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Standard Rasseportrait: Chinese Crested Dog

Chinese Crested Dog

Rassegeschichte
Die Geschichte des Chinese Crested reicht weit zurück. Es wird angenommen, dass haarlose Hunde seit 2000 v. Chr. existieren. Durch die Deutung archäologischer Fundstücke wie Vasen, Statuen, Gravuren, Bildern und Wandmalereien haben Historiker nachgewiesen, dass es haarlose Hunde in Afrika, der Türkei, Portugal, Indien, Mexiko, Zentral- und Südamerika, China und den Philippinen zu dieser Zeit gegeben hat. Man geht davon aus, dass der Chinese Crested, wie wir ihn heute kennen, von den haarlosen Hunden Afrikas abstammt.
Aus den haarlosen Jagdhunden Afrikas wurde während der Han-Dynastie (202 v. Chr. Bis 220 n. Chr.) ein kleinerer, dem chinesischen Schönheitsideal entsprechender, Kleinhund (Toy) gezüchtet.
Eine voraztekische Kultur verehrte die haarlosen Hunde als Repräsentanten perfekter und selbstloser Liebe. (Heutige Halter dieser Hunderassen können diese Verehrung durchaus nachvollziehen.)
Die Hunde dieser Zeit wurden mit ihrem Herrn, als teil der Grabbeigaben, beerdigt. Die späteren Azteken erhoben die haarlosen Hunde zu geistigen Sinnbildern und aßen diese zu speziellen, spirituellen Anlässen. Statuen und Bilder haarloser Hunde wurden in den Pyramiden der ägyptischen Pharaonen gefunden, Die Menschen dieser Zeit sagten diesen Hunden mystische Kräfte nach. Sie wurden von allen verehrt, aber nur von der Elite besessen.
Im 13. und 14. jahrhundert entdeckten die spanischen Eroberer haarlose Hunde in Mexiko, Süd- und Zentralamerika. Die Seefahrer nahmen diese Hunde mit zurück nach Spanien und verkauften sie dort an wohlhabende Adlige.
Der Vatikan besitzt einige Bilder von Straßenszenen, die haarlose Hunde während des römischen Reiches zeigen. Es gibt keine genauen Aufzeichnungen über die Existenz des Chinese Crested, bevor zwischen 1700 und 1800, bis französische, britische und portugiesische Endecker von dieser Rasse berichteten, die sie in Asien antrafen.
Zwischen 1850 und 1860 sammelte der bekannte Hundenarr und Ausstellungsrichter Mr. W. K. Taunton seltene Hunderassen auf seinen Weltreisen. Seine Zucht von Chinese Crested Dogs brachte den ersten Ausstellungshund mit dem Namen Chinese Emperor hervor. Die Richter seiner Zeit waren von diesen Hunden nicht so begeistert wie ihr Züchter und lehnten eine Bewertung ab. Die Hunde wurden als Kuriosität angesehen und in Londons Zoologischem Garten ausgestellt. Mr. Taunton ist auch für den ersten Import eines Afghan Hound mit Namen Motee nach England verantwortlich.
Es wird allgemein davon ausgegangen, dass der Chinese Crested mit dem Afghan Hound eng verwandt ist, da Körperstruktur und Temperament sehr ähnlich sind. Seit 1965 die Zucht der Chinese Crested Dogs in England anerkannt wurde, stieg die zahl der Züchter kontinuierlich. Die vorsichtige Zucht und das Wissen um die Genetik der Haarlosen brachte diese gesunden, lieben und intelligenten Hunde hervor, die wir heute als Chinese Crested Dogs so lieben.

Besonderheiten
Was bei dem Chinese Crested Dog und auch den anderen haarlosen Rassen für Nicht-Kenner außergewöhnlich ist, ist die Tatsache, dass in einem Wurf behaarte und haarlose Welpen geboren werden. Die Verpaarung von zwei Partnern der haarlosen Variante ergibt sowohl haarlose Welpen als auch Powder Puff Welpen, die ein komplettes Haarkleid ausbilden.
Auch die Verpaarung von Powder Puff und haarlosen ergibt nackte und behaarte Welpen in einem Wurf. Lediglich ein Powder Puff Zuchtpaar wird ausschließlich voll behaarte Welpen hervorbringen. Auf Grund ihrer Größe lassen sich Chinese Crested Dogs sehr gut in Etagenwohnungen halten. Das Fehlen von Fell macht es Tierhaar-Allergikern möglich, mit dem Chinese Crested hairless Dog zusammenzuleben.
Auch wenn man nur allergisch auf Haare an Kleidung, Möbeln und Teppichen reagiert, ist dies ein angenehmer Umstand. Oft werden Chinese Crested fehleingeschätzt. Viele Menschen glauben, sie seien zerbrechlich und würden zu Krankheiten neigen. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Hunde sind hart im Nehmen und selten krank. Ihre Haut ist widerstandsfähig und auch bei Minusgraden benötigen sie keine spezielle Kleidung, solange sie gut im Futter stehen und sich bei kühleren Außentemperaturen eifrig bewegen. Chinese Cested wechseln beim Übergang von Sommer zu Winter und Winter zu Sommer ihre Hautfarbe. In Monaten mit wenig oder ohne Sonnenschein ist die Haut der Hunde blass und relativ farblos. Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr wird auch die Hautfarbe wieder intensiver. Im Hochsommer erreicht sie ihre intensivste Färbung und verleiht besonders den Hunden mit heller Schopf-, Ruten- und Sockenbefederung ein attraktives Äußeres, da ein wunderschöner Farbkontrast zwischen Haut- und Haarfarbe entsteht.
Die Zucht dieser Rasse ist nie eine kommerzielle gewesen, was zur Erhaltung der Charakterfestigkeit und Individualität der Hunde beitrug.

Charakter
Wenn es eine Hunderasse gibt, die wie keine andere ist, dann ist es der Chinese Crested Dog. Er besticht seinen Menschen durch viel Charme und Witz. Er ist sehr anhänglich und absolut treu. Der gesellige Kleinhund ist immer zu Späßen aufgelegt und stets gut gelaunt.
Für den fernen Beobachter erscheinen sie recht extrovertiert und ihr Verhalten wirkt manchmal etwas befremdend. Der Chinese Crested hängt mit ganzem Herzen an seinem Menschen oder seiner Familie, wirkt auf fremde Personen aber oftmals unnahbar und manchmal sogar etwas eingebildet. Eine gewisse Distanziertheit gegenüber Fremden ist rassetypisch. Gewinnt man das Vertrauen des lustigen Kerlchens, dann ist das Eis rasch geschmolzen und er begrüßt seinen neuen Menschenfreund mit tosendem Gejodel.
Chinese Crested sind sehr intelligent und ihre Fähigkeit Liebe zu geben, ist unendlich. Die haarlose Variante unterscheidet sich im Wesen etwas von der Powder Puff Variante. Powder Puffs sind nicht ganz so quirlig und lebendig wie die Haarlosen.
Aufgrund ihrer Verspieltheit und Freundlichkeit sind Chinese Crested Dogs ideale Hunde für Familien mit Kindern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Exoten mit ihrem feurigen Temperament und ihrer Eleganz nahezu jedes Herz im Sturm erobern.

Mythen und Legenden
Die Kuriosität der haarlosen Hunde brachte im Laufe der Zeit unzählige Mythen und Legenden ans Tageslicht, die bis heute nicht aus der Welt sind. Am häufigsten hört man davon, dass Nackthunde im Allgemeinen eine höhere Körpertemperatur von 40°C aufweisen als Hunde mit Fell, deren physiologische Körpertemperatur zwischen 38 °C und 39°C liegt. Diese Aussage fällt oft im Zusammenhang mit der Erklärung, dass der Powder Puff eine von der Natur gefundene Lösung ist, um haarlose Welpen warm zu halten. Es gibt keine Fakten, die diese mysteriöse Geschichte bestätigen.
Haarlose Hunde fühlen sich einfach nur auf Grund des fehlenden Haarkleides wärmer an. Schert man einem Hund das Fell bis auf die Haut runter und vergleicht die ausgestrahlte Wärme mit der eines Nackthundes, so würde man keinen Unterschied in der gefühlten Wärme feststellen.
Tierschützer sind absolut gegen die Zucht von haarlosen Hunden und begründen ihre Feindseligkeit damit, dass Nackthunde einen höheren Stoffwechsel haben, der zur frühzeitigen Alterung der Zellen und damit zu einer verkürzten Lebenserwartung für diese Hunde führt. Die Tatsache, dass es Chinese Crested Hairless Dogs gibt, die das Alter von 10 Jahren weit überschritten haben, wiederlegt diese Aussage.
Auch die Annahme, dass haarlose Hunde zur Wärmeregulierung nicht hecheln müssen und wie der Mensch durch die Poren der Haut transpirieren, ist falsch. Ein Nackthund schwitzt wie jeder andere Hund, indem er seine Wärme über die Pfoten und die hechelnde Zunge abgibt.

Vereinsbetreuung
Der Club für Exotische Rassehunde (CER) ist der einzige vom VDH und FCI anerkannte deutsche Zuchtverein für den Chinese Crested Dog. Des Weiteren betreut der CER den Chinese Shar-Pei, Thailand Ridgeback, Xoloizcuintle und den Perro sin Pelo del Peru.
Im CER darf nur mit Hunden gezüchtet werden, die auf Ausstellungen die Zuchttauglichkeitsprüfung bei einem vom VDH anerkannten Spezialzuchtrichter bestanden haben. Dabei wird großen Wert auf die Gesundheit und Wesensfestigkeit sowie auf die Zucht von rassetypischen Hunden, die dem Standard entsprechen, gelegt.
Weitere Informationen sind bei der CER- Geschäftsstelle, 1. Vorsitzender und Geschäftsführer: Thomas Scharfenberg Lerchenkamp 22b 22459 Hamburg Tel./Fax: (040) 55 92 96 85, der Welpenvermittlungsstelle des CER (Johanna Billhardt, Seilandstr. 23, 59379 Selm, Tel./Fax: (0 25 92) 15 34 und unter www.c-e-r.de erhältlich.

Text: Annerose Demski Fotos: Annerose Demski /Birgit Ott
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